AIDA
Assistenzsystem für KI-basiertes Compliance Management und IT-Auditing
Die fortschreitende Digitalisierung durchdringt immer mehr Bereiche unseres täglichen Lebens. In diesem Kontext gewinnen robuste und leistungsfähige IT-Systeme eine immer wichtigere Bedeutung. Viele Unternehmen, Behörden und Organisationen lagern daher ihre geschäftskritischen Anwendungen, Daten und Dienste in Datacenter bzw. an Managed-Service-Provider aus. Gleichzeitig entstehen durch Cloud-Services, Containerisierung, Virtualisierung und hybride Infrastrukturen immer komplexere IT-Landschaften, welche sich in hoher Geschwindigkeit verändern können. Diese Dynamik führt zu einer deutlichen Zunahme an Systemkomponenten, Schnittstellen, Abhängigkeiten und Konfigurationszuständen, die manuell kaum noch beherrschbar sind. Parallel verschärft sich das regulatorische Umfeld erheblich. Neue gesetzliche Vorgaben, steigende Anforderungen an Informationssicherheit, EU-Regulierungen, branchenspezifische Standards sowie kundenspezifische Compliance-Richtlinien erhöhen den Druck auf Betreiber und Dienstleister. Diese müssen jederzeit nachweisen können, dass ihre Systeme sicher, regelkonform und auditfähig betrieben werden. Besonders relevant sind Vorgaben aus dem Datenschutzrecht, Cybersecurity-Vorgaben, Cloud-Compliance, Lieferkettensicherheit und betrieblichen Auditpflichten. Für Unternehmen bedeutet dies: Sie müssen nicht nur ihre IT sicher betreiben, sondern deren Zustand kontinuierlich, nachvollziehbar und revisionssicher dokumentieren können.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele dieser Aufgaben bis heute manuell, fragmentiert und mit erheblichem Aufwand durchgeführt werden. Compliance-Vorgaben, Normen, Kundenvorgaben oder Prozessbeschreibungen liegen meist in PDF-Dokumenten vor, ohne strukturierte, maschinenlesbare Aufbereitung. IT-Assets werden teils automatisch erkannt, teils manuell gepflegt, meist aber nicht vollständig miteinander verknüpft. Sicherheitsrisiken und Konfigurationsabweichungen werden häufig erst in Audits entdeckt, da operative Betriebsdaten, Monitoring-Informationen und Security-Insights selten in einem einheitlichen Modell zusammengeführt werden. Diese isolierten Informationsquellen erschweren eine ganzheitliche Bewertung des realen IT-Zustands und verhindern eine durchgehende Automatisierung von Audits, Sicherheitsanalysen und Compliance-Prüfungen.
Dieser Medienbruch führt zu hoher Fehleranfälligkeit, mangelnder Aktualität, begrenzter Transparenz, erhöhten Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen sowie steigenden Kosten. Durch das Zusammenwirken dieser Faktoren entsteht ein großes strukturelles Defizit. Unternehmen können die zunehmenden Compliance-, Audit- und Sicherheitsanforderungen mit bestehenden Werkzeugen nur unzureichend bzw. sehr ineffizient erfüllen. Die Komplexität der technischen Landschaft übersteigt die verfügbaren Mittel zur Analyse, Konsolidierung und Bewertung der relevanten Daten. Vor allem fehlt ein integrierter Ansatz, der Compliance-Wissen, IT-Asset-Informationen und Sicherheitsdaten gemeinsam betrachtet und automatisiert nutzbar macht. Genau hier setzt das geplante Vorhaben an.
Ziel im Projekt ist die Entwicklung eines KI-gestützten Assistenzsystems, das die bislang getrennten Informationswelten zusammenführt und eine einheitliche Plattform für Compliance-Management, IT-Auditing und Cybersecurity schafft.
Laufzeit des Projektes: Mai 2026–April 2028
Förderprogramm: FuE-Verbundprojektförderung 2021-2027
Fördermittelgeber:

